Liebe Eltern,

hier möchte ich Ihnen mein pädagogisches Konzept vorstellen:

"Hilf mir es selbst zu tun." ( Maria Montessori) und "Lass mir Zeit", (Emmi Pikler) sind beides Aussagen, die ich für entscheidend im Umgang mit Kindern halte. Kinder im U3 Bereich lernen vor allem durch nachahmen und ausprobieren, sie lernen dadurch, dass sie etwas selbst machen und selbst erfahren dürfen. Sie lernen durch Erfolge aber auch durch Misserfolge. Ich begreife meine Aufgabe in der Kindererziehung in erster Linie als die einer "Forschungsassistentin". Ich bin da, wenn meine Hilfe benötigt wird.

Genauso wichtig ist es, den Kindern genügend Zeit zum Lernen zu lassen. Jedes Kind hat seinen eigenen inneren Plan, nach dem es sich entwickelt. Jedes Kind braucht unterschiedlich viel Zeit in den verschiedenen Entwicklungsbereichen. So ist das eine Kind besonders weit in seiner Sprachentwicklung und spricht schon vollständige Sätze, während ein anderes, gleichaltriges Kind in der Sprachentwicklung noch lange nicht so weit ist, dafür aber zum Beispiel in der Entwicklung der Grobmotorik weiter ist. Meine Aufgabe besteht darin, das zu erkennen und die Kinder dort abzuholen, wo sie sich in ihrer Entwicklung befinden und sie so zu fördern, dass sie die nächste Entwicklungsstufe erreichen. (KiBiz § 15 Jedes Kind hat ein Recht auf individuelle Förderung)

Für ausgesprochen wichtig halte ich es, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen und sie mit Respekt zu behandeln, so dass sie sich in ihren Bedürfnissen, Wünschen, Sorgen und Ängsten ernst genommen fühlen. Gleichwürdigkeit ist ein Begriff, den Jesper Juul geprägt hat und den ich für ganz hervorragend geeignet halte, um eine gelungene Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern zu beschreiben. Für mich bedeutet Gleichwürdigkeit, dass Kinder ein Recht darauf haben in ihrer Wirklichkeit, in ihrem Selbstbild, in ihren Gefühlen, Träumen und Reaktionen genauso ernst genommen zu werden wie Erwachsene. Natürlich bleibt die Führungsrolle weiter bei den Erwachsenen. Kinder in ihrer individuellen Persönlichkeit wahrnehmen, feinfühlig Grenzen zu setzen, in denen sie sich frei bewegen können, und sich mit den Dingen beschäftigen können, die sie momentan besonders interessieren, in denen sie kontrolliert Abenteuer erleben können, halte ich für wichtig.


Natur mit allen Sinnen erleben macht allen Kindern Spaß und hilft ihnen sich ihrer selbst bewusst zu werden und bietet eine ganzheitliche Förderung. Wir werden bei fast jedem Wetter draußen sein, durch das Vorhandensein unterschiedlichster Bodenbeläge (Sand, Beton, Kies, Stroh, Erde, Waldboden) wird ganz natürlich die Grobmotorik gefördert. Wir werden die Sonne genießen, durch den Regen laufen und im Winter einen Schneemann bauen. Die Kinder dürfen in Pfützen springen und sich dreckig machen. Sie dürfen unsere Tiere füttern, streicheln und beobachten so lange sie wollen und anschließend galoppieren wie die Pferde, springen wie die Schafe, schleichen wie die Katze, stolzieren wie die Hühner und herumtollen wie die Hunde. Der Kontakt zu den Tieren fördert die Kommunikationsfreude der Kinder, durch den Umgang mit den Tieren lernen sie Rücksicht und Empathie, empfinden Freude und Spaß und lernen Regeln und Grenzen kennen.

Besonderen Wert lege ich auf die Förderung der Sprachentwicklung, auch im KiBiz § 19 wird ausdrücklich auf die alltagsintegrierte Sprachförderung hingewiesen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung. Sprache ist schon in den ersten Lebensjahren das wichtigste Denk- und Verständigungswerkzeug. Durch ständige altersentsprechende Kommunikation mit den Kindern wird die Sprachentwicklung gefördert. Im Spielzimmer gibt es eine frei zugängliche Bücherecke. Die Kinder können sich jederzeit Bücher nehmen und selbst anschauen, oder zu mir kommen und wir schauen uns gemeinsam ein Buch an, bzw. ich lese das Buch vor. Es gehört zum Ritual, dass wir nach der Mittagspause gemeinsam Bücher "lesen", wobei ich den Kindern überlasse, wie wir ein Buch lesen. (Dialogisches Vorlesen). Wir machen Fingerspiele und singen Lieder.

Zur Förderung der sozialen Fähigkeiten bietet das Spielzimmer ausreichend Möglichkeiten zum Rollenspiel: Kinderküche, Kaufladen, Puppe mit Wechselkleidung, Fläschchen, Bett, Puppenwagen. Bestimmte Spielsachen sind nur einmal vorhanden, um Tauschen, Abwechseln und Konfliktlösungen zu üben. Durch das Miteinander in der Gruppe lernen die Kinder füreinander Interesse zu zeigen, durch die Tagesstruktur und Rituale wird das Erlernen von Regeln gefördert.

Malstifte, Fingerfarben, Bauklötze, Bastelutensilien stehen bereit um die Feinmotorik zu fördern.

Im Spielzimmer stehen Puzzle und Sortierspiele zur Verfügung und unterstützen die kognitive Entwicklung genauso wie undifferenzierte Spielsachen, die die Fantasie anregen: ein Bauklotz wird zum Telefon umgedeutet oder eine Decke wird zur Insel, etc. Die Kinder bekommen ausreichend Zeit zum Forschen und Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien. Durch Matschen, Schütten, Gießen wird die kognitive Entwicklung weiter gefördert.

Entwicklungsdokumentation Die Entwicklung der Kinder dokumentiere ich mit Hilfe von Entwicklungsbögen nach Emmi Pikler. Die Sprachentwicklung wird gesondert mit Hilfe von Entwicklungsbögen nach BaSiK (Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung) dokumentiert, wie es das KiBiz §19 (2) verlangt. Selbstverständlich unterliegen diese Dokumentationen dem Datenschutz und werden nur den Eltern / Erziehungsberechtigten ausgehändigt.



Ihre

Christiane Berger-Dahmen